Mein Datenschutz-Anwalt ist eine Rolle, mit der ich gerne und regelmäßig arbeite. Bei kleineren Fragen rund um Datenschutz und EU AI Act hole ich mir dort eine erste Einschätzung — anwaltlich nachprüfen lasse ich das natürlich weiterhin. Aber die Rechtswelt bewegt sich weiter. Den Wissensstand der Rolle hatte ich einmal recherchieren lassen, vor ungefähr zwei Monaten. Seitdem altert er. Also wollte ich, dass die Rolle sich einmal im Monat selbst mit den Urteilen des Vormonats aktualisiert.

In diesem Use-Case nehme ich Dich mit, wie ich das mit dem Sparringspartner baue. Ich beschreibe zuerst den Outcome und gleich zwei Herausforderungen, die ich selbst sehe: Bei großen Recherchen kann das Kontextfenster volllaufen, und der Prozess soll für mich als Nutzer so einfach wie möglich bleiben. Und ich setze bewusst eine Grenze — erst die Fähigkeit in die Rolle bringen, das Automatisieren kommt später.

Die Kontextfenster-Frage löst eine Architektur-Entscheidung: Die schwere Recherche läuft in einem Subagenten mit eigenem Kontext, der nur die verdichtete Zusammenfassung zurückgibt. Recherchiert wird ausschließlich über das interne Recherche-Tool, damit das Ganze später bequem im Hintergrund laufen kann. Der Wissensstock wächst strukturiert: ein schlanker Index mit einer Zeile pro Urteil, der immer mitgeladen wird, plus ein ausführliches Log. Jedes Urteil bekommt einen Quellenstatus — am Original verifiziert, nur aus einer Katalog-Zusammenfassung gelesen, oder unbestätigt.

Ehrlich gesagt war ich an einer Stelle mit der Antwort überfordert und habe um eine Executive Summary gebeten. Das mache ich öfter, wenn ein Modell zu tief abrutscht. Ich wollte gar nicht in jedes juristische Detail — ich wollte wissen, was wir jetzt machen und warum. Eine Quelle ließ sich nur über den Browser erreichen, also haben wir genau dafür eine Chrome-Ausnahme verankert. Klein und relevant anfangen, ein, zwei wichtige Quellen, später erweitern.

Vor jedem Einarbeiten hält der Ablauf an und zeigt mir die Funde zur Freigabe. Zum Schluss baue ich den Scheduler: am Ersten jedes Monats, morgens um sechs. Wenn ich an den Rechner komme, liegt die Freigabe schon vor — ich nicke einmal, und das neue Wissen ist drin.