Du kennst das sicher auch: In Deinem Job hast Du immer wieder Bedarf nach absoluten Experten. Rechtsthemen, Steuerthemen, Finanzthemen. Genau dafür geben wir Geld für Berater und Coaches aus — um Know-how reinzubekommen, das wir selbst nicht haben. Das Coole ist: Mit einem Large Language Model lassen sich viele dieser Beratungsleistungen zwar nicht überflüssig machen, aber auf einem sehr hohen Niveau selbst erzeugen. Erst für den letzten Meter, für die letzte Überprüfung, brauchst Du dann den echten Experten.

In diesem Use-Case zeige ich Dir, wie ich eine Expertenrolle in zwei Stufen entwickle — am Beispiel eines Datenschutzanwalts.

Die erste Stufe ist die Recherche. Claude bietet im Chatfenster ein Feature, das ein komplexes Thema über viele Hundert Quellen durchsucht und daraus einen Report mit Quellenangaben erstellt. In meinem Fall hat das System 286 Quellen durchgearbeitet und zu einem umfangreichen Wissensdokument zur aktuellen DSGVO-Rechtsprechung zusammengeführt. Wichtig dabei: Ich spreche bewusst in die Tiefe, was ich will. Ich grenze ab — Fokus auf deutsche Rechtsprechung und EuGH, Themen wie Schrems II, DPF, TOMs, AVV und DSFA rein, EU AI Act bewusst raus für eine spätere, separate Recherche. Und ich lasse das Dokument nicht für Laien schreiben, sondern für einen Fachanwalt.

Die zweite Stufe ist die Rolle. In Cowork bitte ich den Sparringspartner, mir einen Datenschutzanwalt zu bauen: tiefes juristisches Wissen, aber unternehmerischer Pragmatismus, und eine Sprache, die ich als Nicht-Jurist verstehe. Den recherchierten Wissensstock lege ich permanent in die Rolle. Entscheidend ist die Reißleine: Diese Rolle ersetzt keinen Anwalt. Sie beantwortet schnell und fundiert, wenn ich mal eben eine juristische Einschätzung brauche — und sagt mir bei Haftungsthemen oder wenn es um Leib und Leben geht klar, dass ich mich beim echten Anwalt absichern muss.