Im letzten Tutorial hast Du Deinem Agenten beigebracht, wer Du bist und in welchem Unternehmen er arbeitet. About Me und KONTEXT.md — die Identitätsschicht. Seitdem startet jede Konversation auf einem anderen Level.
Aber eine Sache hat sich nicht geändert: Er macht Fehler. Dieselben Fehler. Immer wieder.
Du sagst „Schreib mir eine Zusammenfassung meiner Dienstleistungen" — und er antwortet mit „ganzheitliche Lösungen" und „Synergien, die auf das nächste Level heben". Du korrigierst ihn. Er entschuldigt sich, macht es besser. Nächste Konversation: dieselben Floskeln. Er hat es vergessen. Natürlich hat er es vergessen — jede Konversation startet bei null. Dein About Me und die KONTEXT.md geben ihm Identität. Aber kein Gedächtnis für Korrekturen.
Das ändern wir heute. Du baust den Mechanismus, durch den Deine Werkbank lernt.
Die Idee ist simpel: Jede Korrektur wird zu einer Regel. Eine Regel ist eine Textdatei, die dem Agenten sagt: „Wenn diese Situation eintritt, tu das — oder lass das." Der Agent liest die Regeln beim Start jeder Konversation. Was Du einmal korrigierst, korrigierst Du nie wieder.
Das ist Dein erstes Werkzeug. Und es verändert die Art, wie Du mit Deinem Agenten arbeitest, fundamental. Du wechselst vom Wiederholen zum Aufbauen.
Was Du brauchst
Du hast Tutorial 1 durchgearbeitet. Dein About Me steht in den persönlichen Anweisungen, inklusive dem Bootstrap-Satz. Deine KONTEXT.md liegt im Werkbank-Ordner. Dein Cowork-Projekt ist eingerichtet.
Falls nicht: Hier geht's zu Tutorial 1. Das ist die Grundlage, ohne die nichts von dem Folgenden funktioniert.
Dein erstes Werkstück
Regeln brauchen etwas, an dem sie wirken. Ein Werkstück. Bei Dir heißt das wahrscheinlich Projekt — ein Kundenauftrag, ein Engagement, Deine Website, ein Angebot. Irgendwas, an dem Du gerade tatsächlich arbeitest. Regeln im Vakuum sind abstrakt — „Keine Floskeln verwenden" ist eine Leitplanke ohne Straße. Du brauchst die Straße.
Überleg kurz: Was steht gerade an? Ein Kundenprojekt, Deine Website, ein internes Thema, eine Bewerbung, ein Angebot? Das muss kein großes Ding sein. Wichtig ist nur, dass es real ist — nicht „Test-Projekt", sondern etwas, an dem Du tatsächlich arbeiten willst.
Öffne Dein Cowork-Projekt und gib Folgendes ein:
Ich möchte mein erstes Projekt in der Werkbank anlegen —
ein konkretes Vorhaben, an dem ich mit Dir arbeiten werde.
Das Projekt heißt [Name]. [1-2 Sätze, worum es geht.]
Erstelle ein Verzeichnis dafür in meiner Werkbank und leg eine
KONTEXT.md darin an, die beschreibt: Was ist das Projekt,
was ist das Ziel, und was ist der aktuelle Stand.
Trag das Projekt in die KONTEXT.md im Root ein — als Tabelle
mit Name, Beschreibung, Status und Verzeichnis.
Ersetze den Platzhalter durch Dein echtes Vorhaben. „Das Projekt heißt Redesign Website. Wir überarbeiten unsere Agentur-Website — neuer Auftritt, neue Texte, neues Portfolio." Oder: „Das Projekt heißt Angebot Müller. Ich erstelle ein Beratungsangebot für einen neuen Kunden." Was auch immer bei Dir gerade dran ist.
Der Agent erstellt echte Dateien — ein Verzeichnis, eine KONTEXT.md darin, einen Eintrag in der KONTEXT.md im Root. Cowork fragt Dich vorher um Erlaubnis. Sag ja.
Das Muster kennst Du schon: Im Root Deiner Werkbank liegt eine KONTEXT.md, die das Unternehmen beschreibt. Jetzt bekommt Dein Projekt seine eigene KONTEXT.md — einen Steckbrief, der dem Agenten sagt, worum es hier geht. Das Prinzip ist immer dasselbe: Eine KONTEXT.md im Wurzelverzeichnis orientiert den Agenten. Ob für die ganze Werkbank oder für ein einzelnes Projekt.

Öffne den Finder oder Explorer und schau Dir den neuen Ordner an. Da liegt eine echte Datei. Deine Werkbank ist nicht mehr leer — sie hat ein erstes Werkstück.
Lisa legt ihr erstes Projekt „Redesign Website" an — neuer Webauftritt für berger+partner. Jakob legt „KI-Werkstatt Q2" an — die Tutorial-Reihe zur Werkbank. Beides reale Vorhaben, kein Sandkasten.
Das Regelsystem einrichten
Jetzt kommt die Infrastruktur. Die Maschine, die Regeln produziert.
Ein Prompt, drei Dinge entstehen daraus: ein Verzeichnis für Regeln, eine Meta-Regel, die dem Agenten erklärt, wie Regeln funktionieren, und ein Index in der KONTEXT.md. Bleib in derselben Konversation — der Agent braucht den Kontext aus dem vorherigen Schritt. Gib Folgendes ein:
Ich möchte ein Regelsystem für meine Werkbank einrichten —
den Mechanismus, mit dem mein Agent dauerhaft lernt.
Erstelle diese Struktur in meinem Arbeitsverzeichnis:
Werkbank/
└── Regeln/
└── regelsystem.md
Werkbank/ ist ein eigener Ordner im Root meines Arbeitsverzeichnisses.
Dort lebt die Infrastruktur — Regeln, später auch Rollen und Aufgaben.
Projekte liegen daneben im Root, nicht in Werkbank/.
Die regelsystem.md bekommt diesen Inhalt:
# Regelsystem
Regeln leben in Werkbank/Regeln/.
Jede Regel ist eine eigene Markdown-Datei mit drei Feldern:
- **Name:** Wie heißt die Regel
- **Trigger:** Wann greift sie — Schlüsselwörter oder Situationen
- **Aktion:** Was soll passieren —
"Tu das nicht" oder "Tu stattdessen das"
## Wenn der Nutzer sagt "Mach eine Regel draus"
1. Neue Markdown-Datei in Werkbank/Regeln/ anlegen
(Dateiname: kleinbuchstaben-mit-bindestrichen.md)
2. Regel aus dem Kontext der Konversation ableiten —
konkretes Verbot und klare Alternative formulieren
3. Regel-Index in KONTEXT.md aktualisieren
(Tabelle unter "Regelsystem": Regel | Trigger | Datei)
Beide Schritte sind Pflicht.
Ohne Index-Update ist die Regel nicht fertig.
---
Erstelle außerdem einen Abschnitt "Regelsystem" in meiner
KONTEXT.md mit einer Tabelle: Regel | Trigger | Datei.
Trag die regelsystem.md als erste Regel ein, mit dem Trigger:
"Mach eine Regel draus", "Regel erstellen", "Regel ändern".
Cowork fragt Dich um Erlaubnis — sag ja. Dann öffne den Finder oder Explorer. In Deinem Werkbank-Ordner gibt es jetzt Werkbank/Regeln/ mit einer Datei darin. Echte Textdateien auf Deinem Rechner.

Du hast nicht einfach einen Ordner angelegt. Du hast eine Maschine gebaut. Die regelsystem.md ist die Betriebsanleitung — sie sagt dem Agenten, was „Mach eine Regel draus" bedeutet. Der Index in der KONTEXT.md ist das Inhaltsverzeichnis aller Regeln. Drei Felder pro Regel: Name, Trigger, Aktion. Kein Code, keine Syntax. Klartext-Markdown, das jeder lesen und bearbeiten kann.
Die erste Regel erleben
Jetzt passiert etwas anderes. Du baust keine Struktur mehr auf. Du arbeitest. Und aus der Arbeit entsteht eine Regel — nebenbei.
Bleib in derselben Konversation und gib dem Agenten eine echte Aufgabe:
Schreib eine kurze Zusammenfassung meiner Dienstleistungen
für einen potenziellen Kunden.
Lies das Ergebnis. Der Agent wird höchstwahrscheinlich zu den alten Floskeln greifen:
- „Wir bieten ganzheitliche Lösungen…"
- „Durch die Kombination von Synergien…"
- „Wir heben Ihr Unternehmen auf das nächste Level."
- „Unser umfassendes Leistungsportfolio…"
Das ist kein Bug. Das ist die Standardsprache, die KI-Modelle gelernt haben, weil das Internet voll davon ist. Und genau deshalb ist es so wertvoll, wenn Du es korrigierst — weil Du dem Agenten beibringst, was Deine Sprache ist.
Korrigiere ihn. Direkt und konkret — zum Beispiel:
Das klingt nach Broschüren-Deutsch. "Ganzheitlich" will ich
nie lesen, "Synergien" auch nicht. Sag konkret, was sich
für den Kunden ändert, nicht was wir angeblich alles können.
Der Agent überarbeitet den Text. Besser. Und jetzt kommt der Satz, der alles verändert:
Mach eine Regel draus.
Fünf Wörter. Kein langer Prompt, keine Erklärung. Der Agent weiß, was zu tun ist — weil Du die Infrastruktur gebaut hast. Er erstellt eine neue Datei in Werkbank/Regeln/, formuliert die Regel und trägt sie in den Index ein.

Halt kurz inne. Du hast gerade gearbeitet, einen Fehler gesehen, ihn korrigiert — und mit fünf Worten dafür gesorgt, dass er nie wiederkommt. Nicht weil Du eine Regel geschrieben hast. Sondern weil die Maschine steht, die Regeln produziert. Das ist Dein erstes Werkzeug — Regeln.
Wie das bei Lisa und Jakob aussieht
Lisa hat dem Agenten einen Text für ihre neue Website schreiben lassen. Der Agent hat „360-Grad-Kommunikation" und „maßgeschneiderte Kommunikationslösung" verwendet. Lisa hat korrigiert: „Wir sagen nicht ‚360-Grad-Kommunikation'. Wir sagen nicht ‚Kommunikationslösung'. Wir sagen, was wir konkret tun." Dann: „Mach eine Regel draus."
Ihre Regel heißt jetzt kein-agentur-sprech.md:
# Kein Agentur-Sprech
**Name:** Kein Agentur-Sprech
**Trigger:** Texte für Kunden, Angebote, Website-Texte, Präsentationen
**Aktion:** Verwende nie: "360-Grad-Kommunikation",
"Kommunikationslösung", "ganzheitlicher Ansatz",
"maßgeschneidert", "Mehrwert generieren".
Beschreibe stattdessen konkret, was wir tun und was sich
für den Kunden ändert.
Jakob hat eine Dienstleistungsbeschreibung für seine Tutorial-Reihe bekommen, in der „ganzheitlich" und „auf das nächste Level" vorkamen. Seine Korrektur: „‚Ganzheitlich' ist verboten. ‚Auf das nächste Level heben' auch. Sag, was sich konkret ändert." Dann: „Mach eine Regel draus."
Seine Regel heißt kein-corporate-deutsch.md:
# Kein Corporate-Deutsch
**Name:** Kein Corporate-Deutsch
**Trigger:** Jeder Text, jede Zusammenfassung, jede E-Mail
**Aktion:** Verwende nie: "ganzheitlich", "Synergien",
"auf das nächste Level heben", "Mehrwert schaffen",
"Leistungsportfolio". Schreibe stattdessen konkret.
Was passiert? Für wen? Was ändert sich?
Beide Regeln haben dasselbe Muster: ein konkretes Verbot und eine klare Alternative. Nicht „sei besser", sondern „tu das nicht, tu stattdessen das."
Regeln bewusst anlegen
Bisher hast Du reagiert — Fehler gesehen, korrigiert, Regel draus gemacht. Das ist mächtig. Aber es geht weiter: Regeln anlegen, bevor der Fehler passiert.
Du kennst die Dinge, die immer falsch laufen. Englische Dateinamen. Falsche Signatur. Datumsformate, die nicht stimmen. All das könnte eine Regel sein.
Regel A: Dateinamen-Konvention
Wenn der Agent Dateien anlegt, gibt er ihnen oft englische Namen, Unterstriche oder Großbuchstaben. Das willst Du vielleicht anders.
Jetzt ist ein guter Moment, eine neue Konversation zu starten. Warum? Weil eine neue Konversation beweist, dass das System funktioniert. Der Agent hat dann kein Wissen mehr aus der vorherigen Sitzung — alles, was er weiß, kommt aus den Dateien in Deiner Werkbank. Wenn er sich an die Floskel-Regel hält, obwohl er sie nicht „miterlebt" hat, sondern nur aus dem Index kennt — dann weißt Du, dass es klappt.
Starte also eine neue Konversation in Deinem Cowork-Projekt und gib ein:
Erstell eine Regel: Wenn du eine Datei anlegst, verwende immer
deutsche Dateinamen in Kleinbuchstaben mit Bindestrichen.
Keine Umlaute, keine Leerzeichen, keine Unterstriche.
Beispiel: "meeting-notizen-april.md", nicht "Meeting_Notizen_April.md"
Der Agent erstellt die Datei und aktualisiert den Index. Ab jetzt gilt das in jeder Konversation.
Regel B: E-Mail-Signatur
Jedes Mal, wenn Du sagst „Schreib eine Mail", erfindet der Agent eine Signatur. Oder lässt sie weg. Oder schreibt „Mit freundlichen Grüßen", obwohl Du das nie sagen würdest. Eine Regel löst das ein für alle Mal:
Erstell eine Regel: Wenn ich sage "schreib eine Mail",
verwende immer diese Signatur:
[Hier Deine Signatur einsetzen — Name, Rolle, Kontakt,
was auch immer Du willst]
Das ist das Muster für proaktive Regeln — ein Satz, der immer gleich aufgebaut ist:
Erstell eine Regel: Wenn ich [Auslöser], dann [gewünschtes Verhalten].
Einmal festhalten, immer richtig. Datumsformate. Anredeformen. Überschriften-Stil. Alles, was Du sonst jedes Mal aufs Neue korrigieren müsstest — in dreißig Sekunden erledigt.
Wie das bei Lisa und Jakob aussieht
Lisa hat eine Angebotsformat-Regel erstellt: „Wenn ich sage ‚schreib ein Angebot', verwende immer diese Struktur: Ausgangslage, Zielsetzung, Leistungen, Investition, Nächste Schritte." Damit beginnt jedes Angebot in derselben Struktur — und Lisa muss nur noch den Inhalt liefern.
Jakob hat seine Dateinamen-Konvention festgehalten — Kleinbuchstaben, Bindestriche, keine Umlaute, deutsch. Und eine Regel für Journal-Einträge: „Jeder Journal-Eintrag endet mit ‚Stay Mindful' und einer neuen Zeile ‚Jakob 🙏'."
Der Test
Jetzt zeigt sich, ob das Gesamtsystem funktioniert. Starte noch einmal eine neue Konversation in Deinem Cowork-Projekt — gleicher Grund wie vorhin: Der Agent soll beweisen, dass er die Regeln aus den Dateien kennt, nicht aus dem Gesprächsverlauf.
Provoziere die alten Fehler. Bewusst.
Test 1 — Verbotene Wörter:
Schreib eine kurze Zusammenfassung meiner Dienstleistungen
für einen potenziellen Kunden.
Der Agent sollte die verbotenen Floskeln vermeiden. Keine „ganzheitlichen Lösungen", keine „Synergien". Stattdessen konkrete Sprache, die nach Dir klingt.
Test 2 — Dateinamen:
Leg eine Datei an für meine Notizen vom heutigen Meeting.
Der Agent sollte einen Dateinamen verwenden, der Deiner Konvention entspricht — Kleinbuchstaben, Bindestriche, deutsch, keine Umlaute.
Test 3 — E-Mail-Signatur:
Schreib eine Mail an einen Kunden, der nach einem Erstgespräch
fragt.
Der Agent sollte Deine definierte Signatur verwenden. Nicht „Mit freundlichen Grüßen", nicht seine eigene Erfindung — Deine.

Wenn alle drei Tests bestanden sind, hast Du es geschafft. Dein Agent lernt dazu — nicht durch Magie, sondern durch ein System, das Du kontrollierst.
Falls ein Test nicht klappt: Prüfe den Regel-Index in der KONTEXT.md. Sind alle Regeln eingetragen? Stimmen die Trigger? Der Agent findet Regeln über den Index — wenn eine Regel dort fehlt, existiert sie für ihn nicht.
Was Du jetzt hast
Schau Dir an, was in einer halben Stunde entstanden ist:
berger+partner/
├── KONTEXT.md (mit Projekt-Index + Regel-Index)
├── Werkbank/
│ └── Regeln/
│ ├── regelsystem.md
│ ├── kein-corporate-deutsch.md
│ ├── dateinamen-konvention.md
│ └── email-signatur.md
└── [Dein Projekt]/
└── KONTEXT.md (Steckbrief des Projekts)
Deine KONTEXT.md im Root hat jetzt zwei neue Abschnitte — einen Projekt-Index und einen Regel-Index. So sieht das bei Lisa aus:
## Projekte
| Projekt | Beschreibung | Status | Verzeichnis |
|---------|-------------|--------|-------------|
| Redesign Website | Neuer Webauftritt für berger+partner | aktiv | `Redesign-Website/` |
## Regelsystem
Regeln leben in `Werkbank/Regeln/`. Bei Session-Start diesen Index
prüfen und relevante Regeln laden. Wenn die Nutzerin sagt
"Mach eine Regel draus": Neue Regeldatei schreiben und
diesen Index aktualisieren.
| Regel | Trigger | Datei |
|-------|---------|-------|
| Regelsystem | "Mach eine Regel draus", "Regel erstellen" | `Werkbank/Regeln/regelsystem.md` |
| Kein Agentur-Sprech | Texte für Kunden, Angebote, Website | `Werkbank/Regeln/kein-agentur-sprech.md` |
| Dateinamen | Neue Datei anlegen | `Werkbank/Regeln/dateinamen-konvention.md` |
| E-Mail-Signatur | "Schreib eine Mail" | `Werkbank/Regeln/email-signatur.md` |
Aber wichtiger als die Dateien ist, was sich verändert hat. Du hast jetzt zwei Sätze, die alles können: „Mach eine Regel draus" und „Erstell eine Regel: Wenn ich X, dann Y." Dreißig Sekunden, und ein Fehler kommt nie wieder. Eine Konvention ist festgehalten. Eine Korrektur wird zum dauerhaften Standard.
Das wächst. Jede Woche ein, zwei Regeln dazu. Nach einem Monat hat Dein Agent ein Verhaltensprofil, das so individuell ist wie Dein Unternehmen. Und es fühlt sich nicht nach Arbeit an — es fühlt sich an wie Arbeiten mit einem Kollegen, der zuhört.
Ein Wort zur Pflege
Regeln akkumulieren. Das ist gewollt — aber ab einer gewissen Menge stellt sich die Frage: Widersprechen sich zwei Regeln? Ist eine veraltet? Können welche zusammengefasst werden?
Die gute Nachricht: Das musst nicht Du machen. Starte eine neue Konversation und sag: „Schau Dir alle Regeln an, die wir aktuell haben. Gibt es Widersprüche, Überschneidungen oder Regeln, die überflüssig geworden sind? Präsentiere mir eine Auswertung." Der Agent liest den Index, prüft jede Regel und gibt Dir einen Überblick. Du entscheidest, was bleibt — aber die Analyse macht er. Einmal im Monat reicht.
Und wenn Du den Satz vergisst?
„Mach eine Regel draus" ist mächtig. Aber manchmal korrigierst Du den Agenten und sagst etwas wie: „Das soll grundsätzlich nicht mehr passieren." Oder: „Ab jetzt immer als PDF." Das klingt nach Regel — ist aber kein expliziter Befehl.
Ein gut eingerichtetes Regelsystem erkennt das. Der Agent merkt, dass Du eine Verallgemeinerung formulierst, und fragt zurück: „Soll ich daraus eine Regel machen?" Du bestätigst — und der Fehler kommt nie wieder. Ohne dass Du den magischen Satz kennen musstest.
Das passiert nicht von allein. Es passiert, weil Dein Regelsystem die richtigen Trigger hat.
Was als Nächstes kommt
Dein Agent kennt Dich, kennt Dein Unternehmen, arbeitet in einem konkreten Projekt und lernt aus Deinen Korrekturen. Aber er ist immer noch ein Generalist. Alles ein bisschen. Nichts richtig gut.
Im nächsten Tutorial: Rollen — Dein zweites Werkzeug. Ein Texter, der Deinen Stil trifft. Ein Berater, der Dein Framework kennt. Jede Rolle verändert nicht ein paar Worte — sondern die Art, wie er denkt.
Aber das darf warten. Für heute reicht eine Erkenntnis:
Du korrigierst einmal — und der Fehler kommt nie wieder.
Stay Mindful
Jakob 🙏


