Ich habe Monate so gearbeitet: Jede neue Konversation mit der KI fing bei null an. Wer ich bin. Wie meine Firma heißt. Welche Kunden gerade aktiv sind. Bei jedem Briefing wieder von vorn. Das ist, als hätte ich einen Mitarbeiter, dem ich jeden Morgen erklären müsste, wo er sitzt und was er tut.
Die Werkbank ist die Antithese — und sie ist trivial. Kein Tool, kein Framework, keine Software, die Du installieren musst. Es ist ein Ordner auf Deinem Rechner. In diesem Ordner liegen Textdateien. Du sagst Deinem Agenten: „Du arbeitest in diesem Ordner. Lies bitte immer zuerst die Datei KONTEXT.md." Mehr braucht es nicht.
In jeder Werkstatt gibt es vier Dinge — und einen Handwerker.
Das Schild an der Wand ist Deine KONTEXT.md. Das Briefing, das jeder Agent zuerst liest: Wer ist die Firma, welche Marke, welche Menschen, welche Angebote.
Die Werkzeuge im Regal sind Regeln, Rollen und wiederkehrende Aufgaben. Regeln sind kleine Verhaltensanweisungen — bei mir zum Beispiel: „Ich duze grundsätzlich" oder „Dateinamen immer auf Deutsch". Rollen sind Persönlichkeiten — der Texter, der Marketing-Profi, der Jurist. Aufgaben sind Abläufe für wiederkehrende Arbeit, etwa „Gespräch nachbereiten".
Die Werkstücke auf der Platte sind Deine Projekte und Klienten-Engagements. Jedes mit eigenem Unterordner und eigenem Kontext, der mit jeder Interaktion wächst.
Die Steckdose sind die Konnektoren — Verbindungen nach außen. Browser, E-Mail, CRM, Transkriptionstools. Da gehen wir in den nächsten Modulen tiefer rein.
Den Handwerker — Dich — beschreibt das About Me in Cowork separat. Bewusst nicht in der Werkbank, sondern global. Damit Du Deine Werkbank später mit Kollegen teilen kannst, ohne dass Deine Persönlichkeitsmerkmale mitkommen.
Die Struktur ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte — und das ist der eigentliche Hebel — ist der Zinseszinseffekt.
Sobald die Werkbank steht, kannst Du dem Agenten sagen: „Den Fehler, den Du gerade gemacht hast — mach daraus eine Regel." Oder: „Dir hat Information X gefehlt — schau, wo Du sie ablegen kannst." Der Agent legt die Datei selbst an, trägt sie in die KONTEXT.md ein, und ab dann ist sie verankert. In jeder zukünftigen Konversation.
Solange Du nur Antworten korrigierst und das Feedback nichts am System verändert, verschwendest Du Zeit. Sobald jede Korrektur das System verbessert — ohne dass Du programmieren musst — wird Feedback zur Investition.
Bei mir war das konkret bei Handouts. Anfangs: ständig Layoutfehler. Total nervig. Gleichzeitig wurde jede Korrektur zur Regel. Nach Wochen waren die Layoutfehler verschwunden, übrig blieben nur noch inhaltliche. Das System ist mit mir mitgewachsen — ohne dass ich programmieren musste.
Und sie gehört Dir. Es sind Textdateien auf Deinem Rechner. Sie liegen in Deinem Cloud-Sync, in Deinem Backup. Wenn Du in einem Jahr ein anderes Werkzeug nutzen willst, nimmst Du sie einfach mit. Das macht Dich unabhängig — von Cowork, von Claude, von jedem einzelnen Anbieter.
Im nächsten Modul bauen wir Deine eigene Werkbank gemeinsam auf — mit einem Bauanleitungsprompt und einem kurzen Interview.
