Noch vor einem halben Jahr habe ich alles getippt. E-Mails, Briefings, Anweisungen an meine Agenten. Jede Interaktion mit der KI war ein kleiner Kampf gegen den inneren Schweinehund, der sagt: Eigentlich habe ich keine Lust, so viel zu tippen. Also habe ich gekürzt, abgekürzt, weggelassen. Das Ergebnis: zu wenig Kontext, zu mittelmäßige Antworten.

Heute diktiere ich. E-Mails, während ich Kaffee hole. Briefings, während ich den Hund streichle. Anweisungen, während ich aus dem Fenster schaue. Das klingt nach einem kleinen Trick. Ist es aber nicht.

Wir sprechen 150 bis 180 Wörter pro Minute. Am Rechner tippen wir ein Drittel davon, am Handy noch weniger. Das heißt: Dreißig Sekunden Sprechen ersetzen bis zu zweieinhalb Minuten Tippen. Das ist nicht marginal, das ist ein anderer Arbeitstag.

Gleichzeitig steckt da noch mehr drin. Diktieren heißt: Deine Hände sind frei. Du bist nicht am Schreibtisch gefesselt. Am Ende einer diktierten E-Mail bin ich nicht verspannt vom Computer, sondern ich habe mich bewegt, etwas getrunken, den Kopf frei gehabt. Das ist die Doppeldividende — Du sparst Zeit und nutzt die verbleibende Zeit besser.

Und dann gibt es noch einen unerwarteten Effekt: Beim Tippen kürzen und moderieren wir. Beim Sprechen kommt natürlich mehr Kontext mit. Mehr Details, weniger Selbstzensur. Die KI ist eine Kontextmaschine — je mehr relevanter Kontext, desto besser das Ergebnis. Sprechen liefert diesen Kontext automatisch.

Typeless ist das Werkzeug, das ich dafür nutze. Taste gedrückt halten, sprechen, loslassen — der gesprochene Text landet dort, wo Dein Cursor steht. Die erste Woche fühlt sich seltsam an. Der Tippreflex sitzt tief. Aber nach zwei, drei Wochen verschwindet er. Ärzte und Notare diktieren seit fünfzig Jahren. Es hat einen Grund.