Ich fange jeden Workshop mit derselben Ansage an: Ich zeige Dir genau eine Sache — wie ein agentisches System mir im unternehmerischen Alltag echte Arbeit abnimmt. Und bewusst nicht, wie man so etwas in zwei Stunden von Null zusammenstöpselt. Mir geht es darum, dass Du erst einmal siehst, was überhaupt möglich ist. Am 27. Mai war es wieder so weit. Hier ist die komplette Aufzeichnung.
Diesmal mit einem erfundenen Mittelständler: einem Wasseraufbereiter aus Duisburg, sechzig Mitarbeitende, ein Dutzend Tankwagen. Ich spiele den Co-Geschäftsführer, meine Co-Geschäftsführerin heißt Naomi. Auf dem Tisch liegt eine ganz normale BWA — handgepflegt, mit allen Macken: derselbe Großkunde mal ausgeschrieben, mal als Kürzel, das Wartungslog in drei verschiedenen Datumsformaten. Genau das Material, mit dem Du jeden Tag arbeitest.
Erster Durchgang im Browser-Chat: Die BWA rein, eine Frage rein — „die drei wichtigsten Kennzahlen, bitte". Fünfzehn Sekunden später steht die Antwort. Und trotzdem ist der Gewinn klein. Weil ich danach zwischen Chatfenster und echter Welt hin- und herkopiere. Das Hin und Her frisst genau die Zeit, die ich gerade gespart habe.
Zweiter Durchgang, und hier wird es interessant. Ich diktiere eine echte Aufgabe: „Morgen ist mein Sparring mit Naomi. Schau in die April-BWA, zieh die drei wichtigsten Themen mit Bezug zu unserem letzten Sparring, mach drei Folien in unserem Stil und einen Mail-Entwurf mit Terminvorschlag." Dann lasse ich los. Der Agent liest zuerst, wer ich bin. Schreibt sich eine Aufgabenliste. Eine Controller-Rolle prüft die Zahlen gegen, findet die Notiz vom letzten Sparring, baut die Folien im Branding, schaut in meinen Kalender, findet morgen anderthalb Stunden frei — und legt den fertigen Mail-Entwurf in Gmail. Ich habe in der Zeit geredet statt geklickt, und am Ende lag mehr auf dem Tisch, als ich diktiert hatte.
Zwei Überschriften gefallen mir nicht — zweizeilig, unsauber. Statt es selbst zu korrigieren, sage ich dem Agenten: Mach es jetzt richtig, und halt es als Regel fest, damit Du es ab sofort immer so machst. Genau diese Stelle ist mir die liebste im ganzen Workshop. Aus einer Korrektur, die mich sonst eine Minute kostet, wird eine Investition, die ab morgen für mich arbeitet. Das System wird mit jeder Nutzung besser — Zinseszins, nur eben auf die Art, wie ich arbeite.
Das Ganze lebt an einem einzigen Ort, den ich die Werkbank nenne: ein Verzeichnis aus Markdown-Dateien. Da steht, wer ich bin, welche Rollen mein Agent einnimmt, welche Abläufe sich wiederholen, und wo die Anschlüsse an Kalender und Mail liegen. Kein Tool, das mir jemand pro Platz vermietet — und genau das ist mir wichtig. Es gehört mir, es ist portabel, und wenn mir morgen ein anderer Anbieter besser gefällt, ziehe ich damit einfach um. Abhängig bin ich von niemandem.
Wenn Du nur eine Sache aus diesen zwei Stunden mitnimmst, dann diese: Hör auf zu tippen, fang an zu diktieren. Ich habe in zwei Monaten 226.000 Wörter gesprochen statt geschrieben. Das ist schneller, und gleichzeitig sind die Hände frei — für das Kind auf dem Schoß, für den Spaziergang mit dem Hund, für den Gedanken, der sonst keinen Platz gehabt hätte. Das Tippen war die Engstelle. Die Werkbank löst den Rest. Mein roter Faden an dem Tag: KI ist das neue EDV. So wie die Tabellenkalkulation vom Nerd-Werkzeug zur Selbstverständlichkeit wurde, passiert das gerade wieder — nur schneller.
Und dann?
Wenn der Gedanke nach dem Workshop nicht loslässt — gut. Das ist der Punkt.
Der nächste Schritt ist eine eigene Werkbank. Die Werkbank-Tutorials zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du sie aufbaust — kein Wizard, keine Plattform, ein paar Prompts und ein Nachmittag Zeit.
In der Insider-Community teile ich regelmäßig, wie ich täglich mit meinen Agenten arbeite. Echte Arbeit, mit Sackgassen und Durchbrüchen, dazu eine WhatsApp-Gruppe, in der ich mit drin bin. Und wenn Du tiefer willst: Die KI-Werkstatt ist vier Wochen Begleitung, bis Dein eigenes System im Alltag steht. Am Ende steht nicht Verständnis, sondern eine andere Art zu arbeiten. Schreib mir, wenn Du Fragen hast.
Stay Mindful
Jakob 🙏


