Was macht Menschen erfolgreich? Was machen erfolgreiche Menschen anders? Wie definiere ich Erfolg für mich selbst? Das alles sind riesige Fragen, die keine korrekte oder eindeutige Antwort haben. Für mich ganz persönlich bedeutet Erfolg, die eigenen Ziele zu erreichen – ganz unabhängig davon, ob sie beruflich oder privat sind.

Was erfolgreiche Menschen nach meiner Erfahrung gemeinsam haben: es begegnen ihnen regelmäßig gute Gelegenheiten oder Chancen und sind dazu in der Lage, diese zu erkennen und für den eigenen Weg sinnvoll zu nutzen. Ganz egal, ob das der nächste große Kunde, die Wohnung im Wunschviertel oder ein neuer Lebenspartner ist.

Letztlich spielt persönliches Glück und der Zufall von Begegnungen hier eine zentrale Rolle. Ich kann nicht beeinflussen, ob mein Gegenüber jemanden kennt, der eine Wohnung in meiner Wunschstadt hat. Und trotzdem habe ich die Beobachtung gemacht, dass dieses Glück überhaupt nicht gleichmäßig verteilt wirkt. Es gibt Menschen, die scheinbar kontinuierlich von fantastischen Gelegenheiten und glücklichen Zufällen umgeben sind. Bei anderen scheint es nur ganz selten so zu sein.

Die Währung des Lebens

Aber was kann ich nun beeinflussen? Die Wahrscheinlichkeit, dass mir tolle Chancen begegnen, die Fähigkeiten, diese als solche zu erkennen und die zeitlichen Ressourcen, diese Potenziale zu nutzen. Die drei wertvollsten Güter, die wir Menschen in unterschiedlicher Menge haben, sind die Menschen in unserem Leben, unser selbstbestimmtes Wissen und unsere frei gestaltbare Zeit.

Die Menschen in unserem Leben

Der neurotypische Mensch ist ein soziales Wesen. Für die allermeisten Menschen sind daher andere Menschen, denen man sich zugehörig fühlen kann, eine Grundvoraussetzung, die einen unermesslichen Beitrag zur eigenen Zufriedenheit leisten.

Gleichzeitig sind vertraute Menschen die Währung des Lebens. Letztlich sind alle Herausforderungen deutlich einfacher zu meistern, wenn Menschen im Umfeld sind, die ich um Rat und Hilfe fragen kann.

Das selbstbestimmte Wissen

Bildung ist der Schlüssel zu den Räumen im Haus des Lebens. Das Leben bietet tagtäglich unzählige Herausforderungen – und somit viele Chancen. Diese Hürden als Impulse für persönliches Wachstum zu erkennen und dann zu nutzen, erfordert Inspiration und Wissen.

Selbstbestimmt entscheiden zu können, was ich lernen darf und wo ich wachsen möchte, kann einen immensen Beitrag zur eigenen Erfüllung und Sinnstiftung leisten. Ob es das Kochen, eine neue Sprache oder Unternehmensaufbau ist – das Erlernen neuer Fähigkeiten stimuliert die Kognition und schafft neue Impulse.

Die frei gestaltbare Zeit

Freie Zeit ist der Luxus des 21. Jahrhunderts. Im Jahre 2017, damals noch bei ThoughtWorks fest angestellt, hatte ich aus einem Impuls heraus entschieden, auf eine Viertagewoche zu reduzieren. Ich kann mich an keine Entscheidung in meinem beruflichen Leben erinnern, die einen fundamentaleren positiven Einfluss auf meinen gesamten Lebensweg genommen hat, als diese. Und das habe ich bei fast allen Freundinnen, Bekannten und Kolleginnen beobachten dürfen, die sich für ein ähnliches Modell entschieden haben.

Für manche entstand so ein Raum, sich endlich mit Liebe und Ruhe dem großen Hobby hinzugeben. Andere freuten sich über einen unfassbaren Zugewinn an gemeinsamer Zeit mit den eigenen Kindern. Manche haben den Raum und die Energie genutzt, alle Aufgaben im Haushalt am freien Tag zu machen und so ein echtes freies Wochenende zu bekommen. Für mich war der freie Freitag Impulsgeber, die Selbstständigkeit anzugehen und den langgehegten Traum zu verfolgen, eine Konferenz aufzubauen.

Der Zinseszinseffekt des Lebens

Ich stelle mir gerne vor, dass diese drei wertvollen Güter, also die Menschen in unserem Leben, das selbstbestimmte Wissen und die frei gestaltbare Zeit, zwei spannende Effekte haben: Sie sind verzinst und sie beeinflussen einander in positiver Form.

Die Verzinsung

Wenn ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit neue Menschen kennenlerne, beispielsweise durch das monatliche Veranstalten eines Community-Events, wächst mein persönliches Netzwerk um Menschen, mit denen ich gewisse Werte und Interessen teile. Doch dieses Wachstum ist nicht gleichförmig. Je mehr Menschen Teil dieses Netzwerks werden, desto schneller wächst dieses. Denn jeder Mensch kennt wieder andere Menschen, bringt Impulse und Kontakte mit und trägt damit zum nachhaltigen Wachstum des Netzwerks bei.

Wenn ich Zeit in meine eigene Bildung investiere, zum Beispiel durch das regelmäßige Lesen von Büchern, wächst mein Wissen und mein Horizont. Dabei verändert sich meine Perspektive auf mein Leben, auf mich selbst und auf mein Umfeld. Das hat wiederum zur Folge, dass ich neue Bereiche erkennen kann, in denen Lern- und Wachstumspotenziale liegen. Auch verknüpft sich neues erlerntes Wissen immer mit bereits existierendem und schafft so Synergien aus Ideen und Gedanken, die mehr als die Summe ihrer einzelnen Teile sind.

Mit der frei gestaltbaren Zeit kann es sich ähnlich verhalten. Gewinne ich neue freie Zeit, beispielsweise durch die Reduktion der Arbeitszeit, erschließen sich ganz neue Möglichkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens und den 168 Stunden, die jede Woche hat. Das kann ganz unterschiedliche Effekte haben. Manchen Menschen schenkt diese gewonnene Zeit Raum zum Nachdenken über das eigene Leben und die aktuelle Arbeitssituation. Das kann zu einer Kündigung und damit zum Wechsel in einen neuen Job führen, der eine bessere Freizeitgestaltung erlaubt. Das kann der Aufbau einer Selbstständigkeit sein, die mit einer neuen und größeren finanziellen und damit auch zeitlichen Freiheit einhergeht. Es kann aber auch ein Raum sein, um das eigene Leben besser zu verstehen und Strukturen zu schaffen, welche etwa die Arbeiten im Haushalt effektiver gestalten und somit wieder mehr Zeit für Erholung und das eigentliche schöne Leben schaffen.

Zusammengefasst möchte ich betonen, dass ich hier auf drei ideale Situationen blicke. Im Leben ist selten alles ideal und manchmal entwickelt sich nichts weiter. Aber auch das gehört dazu. Trotzdem halte ich an der Theorie des Zinseszinseffekts fest, da ich sie bei anderen, aber auch bei mir, immer wieder beobachten kann.

Der positive Einfluss

Der zweite angesprochene Effekt ist die gegenseitige positive Einflussnahme aller drei Güter aufeinander. Auch dazu ein paar Gedankenspiele:

Treffe ich regelmäßig neue Menschen, gibt es neben vielen anderen, zwei wichtige Faktoren, die mir das Kennenlernen langfristig vereinfachen: Bildung und Zeit. Die Bildung, da ich mit zunehmendem Wissen über egal welche Lebensbereiche auch ein interessanterer Gesprächspartner werden kann. Es wird dadurch einfacher, Gemeinsamkeiten zu finden und eine für beide Seiten freudige Konversation zu führen. Die Zeit liegt auf der Hand. Ich benötige den Raum, um mich mit Menschen zu treffen, sei es ein Spaziergang, ein Mittagessen oder eine wilde Kneipentour.

Bin ich interessiert an meiner eigenen Weiterbildung durch Hobbys, Bücher, Filme, Serien oder Videos, benötige ich vorrangig Zeit und den mentalen Raum. Je mehr ich also in meine frei gestaltbare Zeit investiert habe, desto mehr Möglichkeiten habe ich, diesen Tätigkeiten nachzugehen. Gleichzeitig lernen wir unfassbar viel, vom Kennenlernen oder Treffen anderer Menschen. Spannende Konversationen und inspirierende Persönlichkeiten beeinflussen uns nachhaltig und schaffen neue Perspektiven auf bestehendes Wissen oder Zugang zu bisher verschlossenen Themen und Lebensbereichen.

Möchte ich Wege finden, mehr freie Zeit in meinem Leben zu kreieren, komme ich an einer Strukturierung und einer beruflichen Veränderung nicht vorbei, sei es der Jobwechsel mit mehr Freizeit oder der Aufbau einer eigenen Unternehmung. Beides ist ungleich einfacher, je mehr Menschen ich kenne. Gleichzeitig ist die persönliche und fachliche Weiterentwicklung ein starker Erfolgsfaktor bei der Suche nach einem neuen Job oder dem Aufbau einer eigenen Unternehmung.

Zusammengefasst kann man sagen, dass eine Weiterentwicklung in jedem der drei Lebensbereiche einen positiven Einfluss auf die anderen beiden nimmt. Es entsteht eine gegenseitige positive Beeinflussung.

Die beste Investition des Lebens

Die Kombination aus einer positiven gegenseitigen Einflussnahme und dem Zinseszinseffekt macht jede Investition in die Menschen unseres Lebens, unser selbstbestimmtes Wissen und unsere frei gestaltbare Zeit zu den größten und folgenreichsten Investitionen unseres Lebens.

Der Begriff der Investition ist definiert als die Aufwendung von Ressourcen (Geld, Arbeit, Zeit, o. Ä.) für etwas, das zukünftig einen besonderen Nutzen bringen soll. Der besondere Nutzen, der durch die Investition in diese drei wertvollen Güter entsteht, ist in höchstem Maße individuell. Am ehesten lässt sich der Nutzen verallgemeinern, wenn man ihn als die Erreichung der eigenen Ziele beschreibt.

Meine ganz persönliche Reise der letzten 15 Jahre ist ein klares Ergebnis dieser Lebensphilosophie. Ohne die unzähligen wundervollen Menschen in meinem Netzwerk hätte ich weder die Holderbaum GmbH, noch die Holderbaum Academy oder space22, ganz ohne Marketingbudget, entstehen lassen können. Ohne meine kontinuierliche Weiterbildung in Unternehmertum und Vertrieb, in Kombination mit der intensiven emotionalen Arbeit an mir selbst, hätte ich diese Unternehmen niemals auf dem Weg des nachhaltigen Wachstums begleiten können. Und ohne die freie Gestaltung meiner Zeit hätte ich niemals all die wundervollen Chancen und Gelegenheiten, die der Weg dieser Firmen bereithält, ergreifen können.

Aufgrund dieser Realität sind auch heute meine Prioritäten sehr klar: Ich erhalte mir freie Zeit, um sie mit den Menschen verbringen zu können, die ich auf meinem Weg treffe. Ich bewahre mir freie Zeit und einen neugierigen Geist, um mich kontinuierlich zu entwickeln. Und den dabei entstehenden wirtschaftlichen Erfolg nutze ich, um meine freie Zeit wieder weiterzuentwickeln.

Ich freue mich auf die nächsten 15 Jahre und bin gespannt, wie sich die Reise meines Lebens im Lichte dieser Philosophie weiterentwickeln wird.

Stay Mindful
Jakob

Signatur von Jakob Holderbaum